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Der Bundesverband zockender Großbanken hatte Herrn Kah zu einem Krisengipfel eingeladen.

„Herr Kah“, sagte der Verbandpräsident, „haben Sie eine Ahnung, wie Banken und Staaten aus dem Schuldensumpf je wieder herauskommen können?“

„Oh, das ist ganz einfach“, sagte Herr Kah. „Könnten Sie mir bitte einen Laptop bringen?“

Herr Kah bekam einen Laptop, und eine Traube ebenso verwunderter wie hoffnungsvoller Banker bildete sich um ihn herum.

In Windeseile programmierte Herr Kah einen Virus und schickte ihn auf die Reise. „So“, sagte Herr Kah, „mein bescheidenes Geschöpf wird die Schuldenstände in sämtlichen Computern der Welt auf Null stellen. Banken, Staaten, aber auch Unternehmen und Privatpersonen sind in einer Minute entschuldet.“

„Aber das geht doch nicht“, sagte der Verbandspräsident. „Sie belohnen die Schuldenmacher und klauen allen Gläubigern ihr Geld.“

„Einen Moment“, sagte Herr Kah, programmierte einen zweiten Virus und sandte auch ihn ab.

„Was haben Sie getan?“, fragte der Verbandspräsident.

„Nun, mein zweites bescheidenes Geschöpf sorgt dafür, dass allen Gläubigern der Welt alle Kredite inklusive entgangener Zinsen zurückgebucht werden“, sagte Herr Kah.

„Sie sind ein Genie“, rief der Verbandspräsident, ließ Champagner, Koks und Huren kommen, und alle Banker feierten, dass man wieder von Null loszocken könne.

„Wie die kleinen Kinder vorm Computer“, dachte Herr Kah. „Nur, dass sie nicht einmal wissen, dass sie bloß vorm Computer sitzen.“

Und Herr Kah nahm sich vor, noch am selben Abend einen dritten Virus zu programmieren, der dafür sorgen sollte, dass jeder Erdenbürger am Monatsersten auf seinem Konto ein großzügiges bedingungsloses Grundeinkommen vorfinden würde.

(Berlin, 26. Oktober 2011)